Global denken,
lokal handeln.
Warum wir auf einen Kollaps zusteuern und eine tiefgreifende Transformation brauchen.
Wie wir diese Transformation vor Ort „von unten“ gestalten, und warum das nicht schmerzlicher Verzicht, sondern wunderbare Lebensqualität wäre
Seit 70 Jahren ist alles “unnormal”.
Wir leben – seit ca. 70 Jahren – in extrem außergewöhnlichen Zeiten. Nichts von dem, was wir dabei als „normal“ angenommen haben, ist wirklich normal. Während wir seit ca. 200.000 Jahren als Homo Sapiens nur sehr langsam und behutsam gewachsen sind, wächst die Anzahl der Menschen auf der Erde seit ca. 1950 exponentiell. Damit einhergehend wachsen auch nahezu alle anderen menschengemachten Prozesse exponentiell. So ein exponentielles Wachstum gibt es in der Natur nur an einer Stelle: Dort, wo Systeme und Lebewesen krank sind und sterben
(z. B. die Ausbreitung von Krebszellen).
Wir überschreiten planetare Grenzen. Wir zerstören natürliche Lebensgrundlagen.
Unser Lebensstil und unser Wirtschaftssystem durchbrechen (seit ca. 50 Jahren) in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit die Grenzen des langfristig Tragfähigen. Sie sind nicht zukunftsfähig.
Die Lösungsidee?
Weiter wie bislang.
Ohne die Ursachen dafür zu reflektieren, setzen wir weiter vor allem auf „Wachstum, Globalisierung, Technisierung“.
Das Problem: Dauerhaft exponentielles Wachstum auf einem Planeten mit begrenzter Regenerationsfähigkeit ist unmöglich.
Das zentrale Versprechen aller Nachhaltigkeits-Strategien unserer Zeit – die absolute Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Naturzerstörung – ist ein existenzgefährdender Mythos. Absolute Entkopplung ist weder in der Praxis nachweisbar noch in der Theorie widerspruchsfrei zu begründen.
Was es braucht?
Einen ehrlichen Blick auf die Frage “Was ist dauerhaft genug für alle?”
Parallel zu sinnvoller technologischer Entwicklung brauchen wir daher dringend einen tiefgreifenden Wandel unser Konsumroutinen – hin zu einem „echt nachhaltigen“ Ein-Planeten-Lebensstil.
Der Lebensstil-Wandel kommt…
… by design or by desaster.
Diese Transformation (zurück zu einem suffizienteren Lebensstil und begrenzteren Wirtschaftssystem) wird kommen: „By design or by desaster“ – entweder wir schaffen es pro-aktiv, oder wir werden durch natürliche Degradation gezwungen (ohne Bleibeperspektive für die Menschheit).
Es bleibt nicht mehr viel Zeit,
die Transformation by design
anzuschieben.
Für die By-Design-Variante brauchen wir deutlich schnelleres und konsequenteres Handeln für einen ausreichenden „Rückschritt“ (zurück zu „genug und dauerhaft gut“) als wir uns bislang vormachen – insb. um irreversible Kipppunkte zu verhindern.
Dabei gäbe es eine Lösung,
die wenig kostet und für alle ein gutes Leben sichert.
Wir wissen, wie ein „Ein-Planeten-Lebensstil“ aussieht. Durch einen entschleunigten, entrümpelten, re-lokalisierten, einfacheren Lebensstil entstehen nicht nur globale Gerechtigkeit, ökologische Zukunftsfähigkeit und ökonomische Stabilität– sondern auch mehr Lebensqualität für nahezu alle Menschen.
Die dafür notwendigen Energie-, Ernährungs-, Mobilitäts-, Bauwenden bieten gerade für den ländlichen Raum ernormes Potential.
Jenen, die die dringend notwendige sozial-ökologische Transformation pro-aktiv gestalten und gemeinsam Zukunft anpacken, bieten sich diverse Win-Win-Potentiale zwischen lokaler und globaler Ebene. Energiewende, Ernährungswende, Mobilitätswende und Bauwende würden nicht nur auf globaler Ebene zum guten Leben für alle im Rahmen planetarer Grenzen beitragen, sondern insb. auch auf lokaler Ebene wirtschaftliche Unabhängigkeit und dauerhafte Lebendigkeit fördern.
Den Wandel dahin müssen wir an möglichst vielen Orten “von unten” anschieben.
Dieser Wandel kommt nicht einfach „von oben“. Tiefgreifende Transformationsprozesse in der Geschichte der Menschheit wurden im ersten Schritt immer „von unten“ angeschoben (bevor Politik „von oben“ neue Rahmenbedingungen für alle setzen kann, ohne dafür abgewählt zu werden).
Genau das passiert. Überall auf der Welt. Am besten auch hier…
Was Hoffnung macht: Überall auf der Welt packen mutige Menschen, Orte und Organisationen als „Pioniere“ den Wandel „von unten“ an. Dieses Wirken im Kleinen ist das einzige, was jemals erfolgreich Wandel ausgelöst hat.
Weiterführende Literatur
Gemeinsam die Zukunft gestalten - ein Leitfaden für Transition Initiativen
RURALL ROADMAP - Leirbild für eine nachaltige Entwicklung europäischer Dörfer und Landgemeinden
Vom der Dorfentwicklung zur nachhaltigen Entwicklumg auf dem Land
KURSBUCH WIRKUNG- das Praxishandbuch für alle, die gutes noch besser tun wollen
Auf zu neuen Wegen - gemeinschaftlich und nachaltig wirtschaften!
Das Handbuch zum gründen und betreiben von FOOD COOPS
Wirtschaftsförderung - Kooperative Wirtschaftsformen in Kommunen

